Wie man auf Arabisch auffordert: der Imperativ aus dem Präsens (تَكْتُبُ - اُكْتُبْ), der Hilfsvokal u oder i, die Formen für einen Mann, eine Frau und eine Gruppe (اُكْتُبْ، اُكْتُبي، اُكْتُبوا), kurze Verben wie خُذْ und قِفْ und das Verbot mit لا تَكْتُبْ.
Ich kann einen Mann, eine Frau oder eine Gruppe höflich bitten, etwas zu tun oder zu lassen, und Wegbeschreibungen und Anweisungen verstehen: اِذْهَبْ، خُذْ، قِفْ، لا تَنْسَ.
Schau dir diese Beispiele an. Kannst du das grammatische Muster erkennen?
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Der arabische Imperativ wird aus der „du“-Form des Präsens gebildet. Nehmen Sie تَكْتُبُ (du schreibst), streichen Sie den Endvokal (تَكْتُبْ) und das Präfix تَـ. Übrig bleibt كْتُبْ, ein Wort, das mit zwei Konsonanten beginnt. So kann ein arabisches Wort nicht anfangen, also kommt vorn ein Hilfsvokal dazu, geschrieben auf einem Alif: اُكْتُبْ (uktub) - schreib!
Der Hilfsvokal ist u, wenn der Stammvokal u ist, und i in allen anderen Fällen. Nie a.
| تَكْتُبُ - du schreibst | اُكْتُبْ - schreib! |
| تَدْرُسُ - du lernst | اُدْرُسْ - lern! |
| تَذْهَبُ - du gehst | اِذْهَبْ - geh! |
| تَجْلِسُ - du sitzt | اِجْلِسْ - setz dich! |
| تَفْتَحُ - du öffnest | اِفْتَحْ - öffne! |
Das Deutsche hat drei Imperative: „schreib!“, „schreibt!“, „schreiben Sie!“. Auch das Arabische hat drei, aber es teilt anders auf. Ein Sie-Imperativ fehlt, dafür unterscheidet es, ob Sie einen Mann oder eine Frau ansprechen. Die Endungen sind die des Präsens: -ī für eine Frau, -ū für mehrere (mit stummem Alif geschrieben).
| An einen Mann | An eine Frau | An mehrere |
|---|---|---|
| اُكْتُبْ | اُكْتُبي | اُكْتُبوا |
| اِذْهَبْ | اِذْهَبي | اِذْهَبوا |
| اِجْلِسْ | اِجْلِسي | اِجْلِسوا |
Eine Verkäuferin sagt zu einem Mann اِذْهَبْ und zu einer Frau اِذْهَبي, und beides ist gleich höflich. Wo Sie auf Deutsch „Gehen Sie“ sagen würden, bleibt es im arabischen Alltag beim Singular; der Plural اِذْهَبوا gilt mehreren Personen, und an eine einzelne gerichtet (تَفَضَّلوا zu einem älteren Gast) ist ein Plural ein besonderes Zeichen der Ehrerbietung.
Beginnt der verbleibende Stamm schon mit einem Vokal, wird nichts ergänzt. Das betrifft viele Alltagsverben: تُسافِرُ - سافِرْ (reise!), تَتَفَضَّلُ - تَفَضَّلْ (bitte sehr, treten Sie ein, bedienen Sie sich), تُساعِدُ - ساعِدْني (hilf mir!). Das -nī in ساعِدْني ist übrigens „mich“, nicht „mir“: Das Arabische hilft jemanden, nicht jemandem. Verben wie أَرْسَلَ behalten ihre Hamza mit a: أَرْسِلْ - schick! Eine Handvoll sehr häufiger Verben ist kurz und wird am besten als Vokabel gelernt: قُلْ (sag), خُذْ (nimm), كُلْ (iss), قِفْ (halt), لُفَّ (bieg ab), اِمْشِ (geh zu Fuß).
Im Deutschen hängt man einfach „nicht“ an den Imperativ: „Schreib nicht!“. Im Arabischen steht لا nie vor einem Imperativ. Das Verbot ist لا + Präsens ohne Endvokal (Jussiv): لا تَكْتُبْ - schreib nicht, wörtlich „nicht du-schreibst“; لا تَذْهَبي - geh nicht (zu einer Frau); لا تَنْسَوْا - vergesst nicht (zu mehreren). Ein bekannter Koranvers hat genau diese Form: لا تَحْزَنْ إِنَّ اللّٰهَ مَعَنا - sei nicht traurig, Gott ist mit uns.
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