Der arabische Nominalsatz: Subjekt (مُبْتَدَأ) und Prädikat (خَبَر) ohne „sein“ im Präsens, wie in أَنا طالِبٌ und البَيْتُ كَبيرٌ. Wie der Artikel die Satzgrenze zeigt, Kongruenz, das verbindende Pronomen, vorangestellte Prädikate, كانَ und لَيْسَ.
Ich kann Menschen, Orte und Dinge in einfachen Sätzen ohne Verb beschreiben (البَيْتُ كَبيرٌ، أَنا مِنْ مِصْرَ), sagen, wo sich etwas befindet, und einen Satz am Artikel von einer bloßen Wortgruppe unterscheiden.
Schau dir diese Beispiele an. Kannst du das grammatische Muster erkennen?
البَيْتُ كَبير
Das Haus ist groß
الطَّقْسُ جَميل
Das Wetter ist schön
هِيَ مِن لُبنان
Sie ist aus dem Libanon
السَّيّارَةُ جَديدَة
Das Auto ist neu
Achte auf die hervorgehobenen Teile. Was haben sie gemeinsam?
Die arabische Grammatik ordnet Sätze nach ihrem ersten Wort. Ein Nominalsatz beginnt mit einem Nomen oder Pronomen, ein Verbalsatz mit einem Verb. Der Nominalsatz hat zwei Teile: مُبْتَدَأ (mubtada', Subjekt, wörtlich „womit man beginnt“) und خَبَر (khabar, Prädikat, „die Nachricht“ darüber). Im Präsens steht dazwischen kein Verb „sein“, überhaupt keins.
| Arabisch | Wort für Wort | Bedeutung |
|---|---|---|
| أَنا طَبيبٌ | ich Arzt | Ich bin Arzt. |
| البَيْتُ كَبيرٌ | das Haus groß | Das Haus ist groß. |
| سامي في المَطْبَخِ | Sami in der Küche | Sami ist in der Küche. |
| القاهِرَةُ مَدينَةٌ كَبيرَةٌ | Kairo eine große Stadt | Kairo ist eine große Stadt. |
Die Spalte „Wort für Wort“ klingt wie eine Schlagzeile: „Kanzlerin in Paris“, „Wetter heute schön“. Genau so baut das Arabische den gewöhnlichen Präsenssatz mit „sein“, nur ist es dort kein Telegrammstil, sondern die normale, vollständige Form. Das Prädikat kann ein Adjektiv sein, ein Nomen, eine Ortsangabe (في المَطْبَخِ) oder ein Wort wie هُنا (hier): الفُنْدُقُ هُنا - das Hotel ist hier.
Das Deutsche unterscheidet „das große Haus“ und „das Haus ist groß“ auf zwei Wegen: durch das „ist“ und durch die Endung, denn nur das vorangestellte Adjektiv wird gebeugt. Das Arabische hat weder „ist“ noch vorangestellte Adjektive. Es trennt über die Bestimmtheit: Ein bestimmtes Subjekt mit einem unbestimmten Wort danach ist ein Satz; ist auch das Adjektiv bestimmt, haben Sie eine Wortgruppe:
Deshalb ist das Subjekt normalerweise bestimmt (mit ال, als Name, Pronomen oder mit Possessivendung) und das Prädikat unbestimmt. Beide stehen im Nominativ, mit der Endung -u.
Im Deutschen bleibt das prädikative Adjektiv unverändert: „Das Haus ist neu“, „Das Auto ist neu“. Im Arabischen richtet es sich nach Geschlecht und Zahl des Subjekts: البَيْتُ جَديدٌ, السَّيّارَةُ جَديدَةٌ. Das Geschlecht kommt dabei vom arabischen Wort, nicht vom deutschen. Pluralformen von Dingen verlangen feminine Singularformen; diese Regel kommt später.
Ist auch das Prädikat bestimmt, schiebt das Arabische oft ein Pronomen dazwischen, damit das zweite Wort nicht als Teil des ersten gehört wird: القاهِرَةُ هِيَ عاصِمَةُ مِصْرَ - Kairo ist die Hauptstadt Ägyptens. هٰذا هُوَ البَيْتُ - das ist das Haus. Das Pronomen übernimmt hier die Arbeit des „ist“.
Mit einem unbestimmten Subjekt beginnt das Arabische ungern. Teilen Sie mit, dass irgendwo etwas ist, kommt der Ort zuerst: في البَيْتِ ضَيْفٌ - im Haus ist ein Gast. Das Deutsche sagt es genauso gern: „Im Haus ist ein Gast“ klingt natürlicher als „Ein Gast ist im Haus“. Dieselbe Reihenfolge ergibt عِنْدي سَيّارَةٌ (ich habe ein Auto) und هُناكَ فُنْدُقٌ (es gibt ein Hotel).
Im einfachen Aussagesatz erscheint „sein“ vor allem, wenn Sie Zeit oder Verneinung brauchen. كانَ ergibt die Vergangenheit, und das Prädikat steht danach im Akkusativ auf -an: كانَ البَيْتُ كَبيراً - das Haus war groß. Das ist ungewohnt, denn nach deutschem „sein“ steht der Nominativ: „Er war ein guter Lehrer“. لَيْسَ verneint das Präsens, ebenfalls mit Akkusativ: البَيْتُ لَيْسَ كَبيراً - das Haus ist nicht groß. Mehr in den Themen zu كانَ und zur Verneinung.
Der Verbalsatz dagegen beginnt mit dem Verb und erzählt, was geschah: ذَهَبَ سامي إِلى السّوقِ - Sami ging auf den Markt.
Wende diese Grammatik in den Übungen des Kurses A1 an
Übungsaufgabenالبَيْتُ كَبير
Das Haus ist groß
al-baytu kabīr: bestimmtes Subjekt und unbestimmtes Prädikat, und schon steht das „ist“ unsichtbar dazwischen. Mit Artikel auch auf كَبير hieße es nur „das große Haus“.
الطَّقْسُ جَميل
Das Wetter ist schön
aṭ-ṭaqsu jamīl: ط ist ein Sonnenbuchstabe, das l des Artikels verschwindet. Dann Subjekt und Prädikat ohne Verb, wörtlich „das Wetter schön“.
هِيَ مِن لُبنان
Sie ist aus dem Libanon
hiya min lubnān: Das Prädikat ist eine Präpositionalgruppe, مِن + Nomen, „sie aus dem Libanon“. Das Deutsche braucht „ist“ und einen Artikel, das Arabische keins von beiden.
السَّيّارَةُ جَديدَة
Das Auto ist neu
as-sayyāratu jadīda: Ein feminines Subjekt (auf ة) verlangt ein feminines Prädikat, ebenfalls auf ة. Im Deutschen bleibt „neu“ nach „ist“ unverändert, im Arabischen nicht.
مَرّاكُشُ مَدينَةٌ حَمْراءُ.
Marrakesch ist eine rote Stadt.
marrākushu madīnatun ḥamrā': ein Name als Subjekt (bestimmt ohne ال) und ein unbestimmtes Prädikat. Die alten Mauern aus rotem Lehm haben Marrakesch den Beinamen „die rote Stadt“ eingetragen. حَمْراء ist die feminine Form von أَحْمَر und richtet sich nach مَدينَة.
أُمّي في المَطْبَخِ.
Meine Mutter ist in der Küche.
ummī fi l-maṭbakh: Das Prädikat ist eine Ortsangabe. „Meine Mutter“ ist durch die Endung ـي bestimmt, deshalb kann der Satz damit beginnen, ohne „ist“ und ohne Artikel.
القاهِرَةُ هِيَ عاصِمَةُ مِصْرَ.
Kairo ist die Hauptstadt Ägyptens.
al-qāhiratu hiya ʿāṣimatu miṣr: Beide Teile sind bestimmt (عاصِمَةُ مِصْرَ durch مِصْر), deshalb steht das Pronomen هِيَ dazwischen, feminin wie القاهِرَة. Es übernimmt die Rolle des deutschen „ist“.
المَتْحَفُ لَيْسَ مَفْتوحاً اليَوْمَ.
Das Museum ist heute nicht geöffnet.
al-matḥafu laysa maftūḥan l-yawm: لَيْسَ verneint einen Satz ohne Verb, und das Prädikat danach steht im Akkusativ auf -an: مَفْتوحاً, nicht مَفْتوحٌ. Nach dem deutschen „ist nicht“ würden Sie das nicht erwarten.
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